Projekt 1: Projekttage/Filmvorführung zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz und Ende des 2. Weltkrieges
(gefördert mit Mitteln der Landeshauptstadt Potsdam)
Projekt 2: Gemeinsame Projekttage: 80 Jahre Kriegsende und Zeit des Nationalsozialismus in Brandenburg
(gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg / Lottomitteln)
Projektträger war jeweils die Stiftung für Toleranz und Völkerverständigung.
Projekt 2 wurde in Kooperation mit dem Landesjugendring Brandenburg e. V. durchgeführt.
Anläßlich des 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus wurde ein spezielles Bildungsangebot konzipiert. Von Mai bis Juli 2025 wurden die „Projekttage / Filmvorführungen anlässlich 80 Jahre Kriegsende“ umgesetzt. Teilgenommen haben 200 Schüler*innen ab der 9. Klasse aus Schulen in Potsdam und Umgebung. Die Stiftung für Toleranz und Völkerverständigung übernahm eine Vermittlungsfunktion zum vielfältigen Bildungsangebot von diversen Kultur- und Bildungsinstitutionen in Potsdam. Den eigentlichen Kern des Projekts bildete die Filmvorführung und das anschließende Filmgespräch am 8. Mai im Thalia Programmkino in Babelsberg. Gezeigt wurde der Spielfilm DIE ERMITTLUNG (Regie: Rolf Peter Kahl, 2024), der sich mit Bezug auf das gleichnamige literarische Werk von Peter Weiss, mit den sog. „Auschwitz-Prozessen“, auseinandersetzt.
Die Erfahrungen des Projekts zeigten deutlich, wie wichtig solche thematischen und multimedial ausgerichteten Bildungsangebote angesichts der Dringlichkeit des Themas sind. Eine zügige Fortführung des Projektes wurde angestrebt, im dessen Rahmen nicht nur die Landeshauptstadt Potsdam, sondern auch andere Städte in Brandenburg und die jeweiligen Schulen miteinbezogen werden sollten.
Als Weiterführung dieses Bildungsprogramms zum 8. Mai wurde nun ein umfangreicheres Angebot mit diversen Lern- und Vermittlungsformate entwickelt: „Gemeinsame Projekttage: 80 Jahre Kriegsende und Zeit des Nationalsozialismus in Brandenburg“. Diese erstreckten sich von September 2025 bis Januar 2026 und umfassten das ganze Bundesland Brandenburg. Das Angebot richtete sich an Schulen und außerschulische Jugendgruppen. Von den Formaten kamen insbesondere der Comic-Workshop mit Titus Ackermann zum Thema Meinungsfreiheit und die Filmscreenings mit Workshop zu den Kurzfilmen MASEL TOV COCKTAIL (Arkadij Khaet/Mickey Paatzsch, 2020) und DISASTER IS MY MUSE (Molly Bernstein / Philip Dolin, 2024) gut an. Auch das Zeitzeugenprojekt „Ich habe kein anderes Land. Die Reise von Marga (Gothelf) Goren“ in Zusammenarbeit mit Ra’anana e.V. fand guten Zuspruch: Es wurde als Workshop nur einmal in der Projektlaufzeit umgesetzt, aber die Nachfrage nach den Klassensätzen der Biografie für die weitere Arbeit an den Schulen war sehr hoch.
Weitere Projektbestandteile zum jüdischem Leben und Überleben in Brandenburg, wie der Rundgang über den jüdischen Friedhof in Potsdam, stießen wegen der Witterungsbedingungen nicht auf Interesse. Der Rundgang durch Synagoge und Synagogenzentrum in Potsdam wurde in der Laufzeit einmal, als Zusatzangebot während der Geschichtsmesse, durchgeführt.
Die Teilnehmenden setzten sich aktiv mit unterschiedlichen Erscheinungsformen von Antisemitismus sowie mit Fragen der Erinnerungskultur und der demokratischen Wertebildung auseinander. In den moderierten Gesprächen, Workshops, Führungen und Vorträgen zeigte sich eine hohe Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung. Die Jugendlichen brachten eigene Erfahrungen, Perspektiven, Beobachtungen und Fragestellungen ein und beteiligten sich konstruktiv an den Diskussionen. Das Bildungsangebot wurde nicht nur in den Großstädten Brandenburgs angeboten und durchgeführt, sondern auch an kleinen Orten, wie im Projektziel ursprünglich vorgesehen. Insgesamt wurden Veranstaltungen in den folgenden Städten realisiert: Potsdam, Babelsberg, Frankfurt (Oder), Brandenburg an der Havel, Oranienburg und Bad Belzig. Die Teilnehmenden kamen dabei aus diesen Städten sowie deren Umgebung oder, wie im Falle der Programme während der Jugendgeschichtsmesse, aus noch ganz anderen Teilen Brandenburgs wie Lauchhammer, Lausitz und Prignitz.