Auch 2025 konnte eine kontinuierliche und verlässliche Projektumsetzung gewährleistet werden. Gesellschaftlich war das Jahr weiterhin stark durch die Auswirkungen des Terrorangriffs der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 geprägt, der nach wie vor als zentraler Mobilisierungsfaktor antisemitischer Dynamiken in Deutschland wirkte. Insgesamt bildete der Kontext des Nahostkonflikts wiederholt Bezugspunkte für Demonstrationen und politische Mobilisierungen. Parallel dazu verstetigten sich antisemitische Diskursverschiebungen in digitalen Räumen sowie in akademischen und aktivistischen Milieus. Rechtsextreme Demonstrationen waren mit einer Ausnahme nicht primär antisemitisch ausgerichtet, sondern vor allem durch Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit, Homosexuellenfeindlichkeit, Rechtspopulismus und antiziganistische Ressentiments geprägt. Auffällig war die überwiegend junge, teils jugendliche Teilnehmerschaft. Auch eine zunehmende ideologische Polarisierung gesellschaftlicher Räume wurde deutlich.
Das Projekt reagierte mit einer weiteren Intensivierung der Feldbeobachtung, einer Ausweitung der digitalen Analyse sowie einer verstärkten Bildungsarbeit und Öffentlichkeitskommunikation zur Aufklärung über Antisemitismus – im öffentlichen Raum wie in digitalen Medien. So wurde ein breites Spektrum antisemitischer Phänomene sichtbar gemacht, analytisch eingeordnet und pädagogisch aufgearbeitet. Das Projekt richtet sich weiterhin an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren, an pädagogische Fachkräfte, Veranstaltungsakteur*innen und politische Entscheidungsträger*innen sowie gesellschaftliche Multiplikator*innen und Medienvertreter*innen.
Durch etwa 250 Feldbeobachtungen, 120 Videodokumentationen, vertiefte Textanalysen und zielgerichtete Bildungsformate wurde die Projektarbeit substanziell ausgebaut. Insgesamt wurden über digitale Kanäle rund 4,9 Millionen Nutzer*innen erreicht, insbesondere über niedrigschwellige Social-Media-Formate. Die Website des Projekts verzeichnete mehr als 28.000 Besuche. Der Output im Bereich Videoproduktion wurde im Vergleich zu 2024 mehr als verdreifacht. Öffentlich-rechtliche Medien wie ARD, ZDF, rbb und NDR griffen wiederholt auf aktuelle sowie Archivmaterialien der JFDA-Feldbeobachtungen zurück und trugen so die Projektergebnisse in eine breitere Öffentlichkeit. Das Projekt leistete somit einen wesentlichen Beitrag zur demokratischen Auseinandersetzung mit aktuellen Formen des Antisemitismus und zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Resilienz.