“Steh-Auf-Preis” für Toleranz und Zivilcourage 2017

Zum dritten Mal konnte die Stiftung im Sommer 2017 den „Steh-auf-Preis für Toleranz und Zivilcourage“ vergeben, der das Engagement für Demokratie, Humanität und Verständigung zwischen den Kulturen würdigt. Bei einer festlichen Veranstaltung in der Potsdamer Staatskanzlei wurde die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung an die Initiative „Willkommen in Köthen – Weltoffen und bunt“, eine Organisation zur Unterstützung von Geflüchteten aus Köthen (Sachsen-Anhalt), übergeben. Die rund 60 ehrenamtlichen HelferInnen der Initiative geben Sprachunterricht, begleiten die Menschen zu Ärzten und Behörden, übernehmen Patenschaften oder unterstützen sie bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.

Darüber hinaus wurden sowohl der Verein „Flüchtlingspaten Syrien e. V.“ als auch die Bürgermeister von Rathenow, Ronald Seeger, und der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, hob in seiner Rede hervor, die ausgezeichneten Projekte zeugten von der Entschlossenheit, den Anstieg rechter Gewalt und die wachsende Zustimmung für rechtsextreme Positionen nicht länger hinzunehmen. Zugleich spreche aus ihnen Hilfsbereitschaft und Mitgefühl für Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung geflohen sind. Zum Zeichen der Solidarität mit Schutzsuchenden habe Brandenburg 2016 als erstes Bundesland ein Bleiberecht für jene angeordnet, die Opfer rassistischer Angriffe geworden sind.

Als Ehrengast nahm auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an der Verleihung teil. In seiner Rede forderte er die Menschen dazu auf, sich zu bewegen, tätig zu werden: „Deutschland braucht Menschen, die immer an ein bisschen mehr denken als an sich selbst. Menschen, die nicht nur zuschauen, sondern selbst auf den Platz kommen und anpacken. Menschen, die gegen Vorurteile genauso entschlossen vorgehen wie gegen Naivität, die Probleme ausblendet, statt sie zu lösen“.

Stiftungsratsmitglied Friedrich Schorlemmer bekräftigte in seiner Laudatio für „Willkommen in Köthen – Weltoffen und bunt“, die Auszeichnung sei ein „Mut-Mach-Preis“ und habe die Chance auf Nachahmung.

Den Vorsitz der Jury hatte die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, inne. Die Preisträger, betonte die SPD-Politikerin, hätten die Jury auf ganz besondere Art und Weise überzeugt: „Die vier Preisträger stehen auf und stehen ein, nicht für sich selbst, sondern für andere Menschen.“

Weitere Mitglieder der Jury waren Alfred Roos (Geschäftsführer RAA Brandenburg e. V.), Cornelia Habisch (Mitarbeiterin der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt), Dr. Joachim Braun (Mitglied des Vorstands der Bürgerstiftung Berlin und Mitarbeiter der Stiftung Zukunft Berlin), Prof. Dr. Heinz Kleger (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam) und Susanne Krause-Hinrichs (Geschäftsführerin der Stiftung).

An dem Wettbewerb hatten 90 Bewerber, vorrangig aus den neuen Bundesländern und Berlin, teilgenommen.

 

Jury-Mitglieder für den Steh-Auf-Preis 2017

  • Petra Köpping, Staatsministerin für Gleichstellung und Integration und Juryvorsitzende
  • Alfred Roos, Geschäftsführer RAA Brandenburg e.V.
  • Cornelia Habisch, Mitarbeiterin der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
  • Dr. Joachim Braun, Mitglied des Vorstands der Bürgerstiftung Berlin und Mitarbeiter der Stiftung Zukunft Berlin
  • Prof. Dr. Heinz Kleger, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam
  • Susanne Krause-Hinrichs, Geschäftsführerin der F. C. Flick Stiftung

Preisträger
Initiative „Willkommen in Köthen“

Ehrenpreis
Flüchtlingspaten Syrien e. V.
Jann Jakobs, Oberbürgermeister von Potsdam
Ronald Seeger, Bürgermeister von Rathenow

Rede des Bundespräsidenten

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Auslobung

Presse

“Steh-Auf-Preis” für Toleranz und Zivilcourage 2015

alle Gewinner

Am 15. Juni hat die F.C. Flick Stiftung zum zweiten Mal den „Steh-auf-Preis“ für Toleranz und Zivilcourage vergeben. In feierlicher Atmosphäre mit rund 150 Gästen im Brandenburger Landtag wurden die glücklichen Gewinner der Bürgerinitiative „Bautzen bleibt bunt“ mit 10.000 Euro ausgezeichnet. Für ihr Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit wurden außerdem das Unternehmer-Netzwerk Großbeerenstraße aus Berlin und die „Taschenlampenmillionäre“ Harald und Rainer Opolka aus Storkow geehrt.

„Wenn ich die Stiftung nicht schon längst gegründet hätte, würde ich es heute noch einmal tun“, so Friedrich Christian Flick, der Stifter. Er verwies damit auf die steigende Zahl von Flüchtlingen und den einhergehenden Anstieg rechter und antisemitischer Straftaten. Am Montag wurden drei Initiativen geehrt, die sich dieser Tendenz mit einem großartigen Engagement entgegenstellen und sich für ein toleranteres Miteinander in ihrer Region einsetzen.

Die erste Ehrung ging an das Unternehmernetzwerk Großbeerenstraße in Berlin Marienfelde. Im eigens gegründeten „Netzwerk mit Courage“ engagieren sich mehr als 1000 Beschäftigte und weit über 100 Auszubildende aktiv gegen wachsende Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Es werden Fahrräder mit und für Flüchtlinge repariert, Stolpersteine geputzt, diskutiert und überzeugt. „Mit dieser Überzeugungsarbeit leisten die Netzwerker der Großbeerenstraße wertvolle und nachhaltige Arbeit“, so die Laudatorin Dr. Heike Maria von Joest, Vorsitzende der Bürgerstiftung Berlin.

Die Brüder Harald und Rainer Opolka ehrte Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske mit den Worten „Rainer und Harald Opolka sind ein echter Gewinn für die Region!“. Die Unternehmer setzen sich seit vielen Jahren erfolgreich gegen eine zunehmende Fremdenfeindlichkeit in ihrer Region ein. Sie helfen Flüchtlingen, in ihrer Heimat anzukommen, drucken Plakate gegen „Rechts“ und schaffen in ihrem Schloss Hubertushöhe eine Begegnungsstätte für jedermann.

Die Gewinner des „Steh-auf-Preises“ organisieren Hilfe und Begleitung für Asylbewerber, Demonstrationen und Mahnwachen, interkulturelle Begegnungen, Sprachkurse, Spendenaktionen und vieles mehr in Bautzen. Insgesamt 140 ehrenamtliche Helfer sind in „Bautzen bleibt bunt“ aktiv und setzen ein wichtiges Zeichen gegen den rechtsradikalen und fremdenfeindlichen Teil der Bevölkerung. Staatsministerin Köpping gab den Bautzenern mit auf den Weg: „Ihr Vorbild möge andere Menschen ermutigen, sich ebenfalls einzumischen und für andere einzustehen!“. Stolz nahmen die Vertreter den Scheck von 10.000 Euro entgegen.

Jury-Mitglieder für den Steh-Auf-Preis 2015

  • Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg a.D.
  • Alfred Roos, Leiter und Geschäftsführer des RAA Brandenburg
  • Martina Weyrauch, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg
  • Prof. Dr. Karin Weiß, Leiterin der Abteilung Integration und Migration im Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz
  • Susanne Krause-Hinrichs, Geschäftsführerin der F.C. Flick Stiftung

Preisträger
Bürgerinitiative „Bautzen bleibt bunt“

Ehrenpreis
Unternehmer-Netzwerk Großbeerenstraße aus Berlin
„Taschenlampenmillionäre“ Harald und Rainer Opolka aus Storkow

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„Steh-Auf-Preis“ für Toleranz und Zivilcourage 2012

Preisverleihung 2012

Die F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz hat im Herbst 2012 zum ersten Mal den „Steh-auf-Preis“ für Toleranz und Zivilcourage vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Mit dem „Steh-auf-Preis“ möchte die F.C. Flick Stiftung Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen ehren, die sich in besonderer Weise für die Stiftungsziele einsetzen: für Toleranz und Verständigung zwischen den Kulturen, für Menschenfreundlichkeit und Zivilcourage und für ein stärkeres Demokratiebewusstsein.

Verliehen wurde der Preis an die Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin „Arbeiten und Begegnung“. Ein Sonderpreis erhielt Max-Fabian Wolff-Jürgens aus Kyritz „Jugend gegen Rechts“.

Die Jury für die Preisvergabe war wie folgt besetzt:

Dr. Manfred Stolpe (1936), 1969-1981 Leiter des Sekretariats des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR, ab Januar 1982 Konsistorialpräsident der Ostregion der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, 1. November 1990 bis 26. Juni 2002 Ministerpräsident Brandenburgs; 2002-2005 Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.

Stephan Erb (1965), Studium der Geschichte, Slavistik und Philosophie in Münster und Mainz; berufliche Stationen in der Begegnungsstätte Kreisau, bei der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart und beim Berliner Förderverein für Jugend und Sozialarbeit. Seit 2008 Geschäftsführer des Deutsch-Polnischen Jugendwerks in Potsdam.

Monika Griefahn (1954), Studium der Sozialwissenschaften und Mathematik, Diplomsoziologin, 1980-1984 Gründungsmitglied und Geschäftsführerin Greenpeace, 1984-1990 Vorstandsmitglied Greenpeace International, 1990-1998 Umweltministerin in Niedersachsen, 1998-2009 Mitglied des Deutschen Bundestages, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien, seit 2009 Referentin für Kultur, Medien und Umwelt; Präsidiumsmitglied Deutscher Kirchentag, Jurymitglied und Stellvertretende Vorsitzende Right Livelihood Award Stiftung

Christiane Ziller (1963), 2000-2009 Geschäftsführerin Soziokultureller Zentren e.V., Gründungsmitglied Bündnis 90/Grüne

Preisträger
Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin „Arbeiten und Begegnung“

Sonderpreis
Max-Fabian Wolff-Jürgens aus Kyritz „Jugend gegen Rechts“

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