Vor über 10 Jahren begann die Kammerakademie Potsdam Musikangebote an einer Potsdamer Grundschule im sozialen Brennpunkt durchzuführen. Diese einzelnen Projekte formten und entwickelten sich allmählich zu einem Programm, welches inzwischen für eine lokale Gesamtstrategie für mehr Teilhabe und Chancengleichheit durch kulturelle Bildung steht.

Im Jahr 2018 blickte das Programm „Musik schafft Perspektive“ auf fünf Jahre Konzertangebote, Probenbesuche, musikalisch-künstlerische Workshops und Leuchtturm-Projekten wie „Stadtteil macht Oper” zurück, welche die Kinder der Schule sowie Bewohner aus dem Kiez einluden, ihre Lebensumgebung musikalisch zu erkunden und mit neuem Leben und Ideen zu füllen. Gleichzeitig förderten Angebote aus dem Bereich der Community Music die Stadtteilentwicklung und eröffneten somit den Bewohnern Zugänge zu Musik und kultureller Teilhabe.

2018 wurden unter dem Jahresmotto „Horizonte“ die verschiedenen Bedeutungs- und Bildungssichtweisen der Bewohner verknüpft, sodass Räume des Miteinanders entstanden, in denen die künstlerische Erfahrung und kreative Gestaltung auf spielerische Weise Teilhabe, gesellschaftliches Engagement und ein tolerantes Miteinander ermöglichte. Dies belegt auch das Ergebnis einer pädagogisch-wissenschaftlichen Begleitforschung.

Höhepunkt des Jahres 2018 war die Stadtteiloper. Zum ersten Mal wurde diese als ein von der KAP entwickeltes partizipatives Musiktheaterprojekt realisiert. Über ein Jahr lang wurden Perspektiven auf das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy gemeinsam mit den Kindern der Stadtteilschule, Lehrern, Musikern, Künstlern und Akteuren aus dem Kiez entwickelt und im Märzaufgeführt.

Neben offenen Probenbesuchen und den mittlerweile fest verankerten Musiker-Lehrer-Tandems, die Kultur und klassische Musik fachübergreifend in das schulische Curriculum integrieren, war die Kammerakademie auch mit selbstgebauten Instrumenten beim Gartenstadtfest Drewitz und bei den wunderbaren Weihnachtskonzerten im Saal der Stadtteilschule vertreten. Auch im Jahr 2019 wird die erfolgreiche Arbeit der Kammerakademie und aller beteiligten Akteure fortgesetzt.

Fotos: Björn Balcke