“Kein Kind, kein Jugendlicher geht verloren“, lautet das Leitziel von Ein Quadratkilometer Bildung. Ziel ist es, durch den Aufbau lokaler Bildungsnetzwerke auf gleiche Bildungschancen aller Kinder und Jugendlichen hinzuwirken. Dabei sollen Bildungsprozesse in Stadtteilen und Kommunen, die unter besonderem sozialen Druck stehen so organisiert werden, dass sie ineinandergreifen und den Bildungserfolg aller Kinder und Jugendlichen sichern.

Das Programm “Kein Kind, kein Jugendlicher geht verloren“ will Kinder erreichen, die in Risikolagen sind und einen erschwerten Zugang zu Bildung haben. Das Vorhaben „Ein Quadratkilometer Bildung Fürstenwalde“ ist eine auf zehn Jahre angelegte Lern- und Entwicklungsplattform für die Personen und Institutionen, die im Stadtteil Fürstenwalde-Mitte Verantwortung für den Bildungserfolg aller Kinder und Jugendlichen übernehmen. Die Initiatoren dieses Vorhabens sind dabei neben den Trägern – RAA Brandenburg und Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. (JuSeV) – die F.C. Flick Stiftung und die Freudenberg Stiftung sowie die Stadt Fürstenwalde/Spree. Die Partner- bzw. Schlüsselschule dort ist die Theodor-Fontane-Grundschule, zusätzlich wird die Gerhard-Goßmann-Grundschule (in Fürstenwalde-Süd) als Kooperationsschule einbezogen.

Zentrale Anlaufstelle ist die Pädagogische Werkstatt in der Dr.-Wilhelm-Külz-Str. Dort entwickelt ein multiprofessionelles Team gemeinsam mit lokalen Akteuren aus Bildungseinrichtungen und mit Eltern Praxislösungen und hilft dabei, dass gemeinsame pädagogische Haltungen, Strategien und Inhalte entstehen, die Kinder und Jugendliche durchgängig in ihren individuellen Bildungsprozessen begleiten Die Kooperation zwischen politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren beschleunigt dabei diese Entwicklung. Ausgehend von einer ausführlichen Analysephase, die sich auf möglichst viele der institutionellen Partner, aber auch auf Schlüsselpersonen in den Communities des Stadtteils bezog, wurde der bereits gedeckte und der noch offene Handlungsbedarf im Gespräch mit einer interessiert-fragenden Grundhaltung und Beziehungen stiftend erfasst und mit den Akteuren des Stadtteils diskutiert.

Daraus wurden für die weitere Arbeit sechs Handlungsschwerpunkte, wie der Aufbau eines Bildungsnetzwerkes, die Verbesserung der Bildungsübergänge und die Stärkung der Erziehungskompetenz, abgeleitet. Die Akteur*innen in Fürstenwalde arbeiten in einem lokalen Bildungsnetzwerk, um Ressourcen zu bündeln und Herausforderungen gemeinsam zu bearbeiten. Die pädagogische Werkstatt ist zentrales Element des Vorhabens. Sie ist gleichzeitig Treffpunkt, pädagogisches Angebot, Anlaufstelle für fachliche Beratung und Unterstützung sowie Motor für die Entwicklung im Vorhaben. 2018 haben in der pädagogischen Werkstatt über 90 Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmer*innen stattgefunden. Schwerpunkte in 2018 waren die Unterstützung von Schulen, Kitas und Horten bei der Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern; Angebote für Schüler*innen mit Fluchterfahrung sowie die Unterstützung beim Zugang zum Bildungssystem und bei der Gestaltung des Unterrichts für Lehrkräfte, Gestaltung des Übergangs zwischen Kita und Grundschule (u.a. Tag des Vorschulkinds seit 2017), Fortbildungen zu den Themen , Gespräche mit Eltern, interkulturelle Öffnung, Mediation, pädagogische Arbeit mit traumatisierten Kindern und Sprachförderung.