2021 forschten die Schüler*innen der Paul-Guenther-Oberschule weiter zu den Lebensgeschichten von Paul Weise und dem Ehepaar Baunack. Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde ihre Arbeit jedoch unfreiwillig unterbrochen. Doch nun konnten die Jugendlichen das letztjährige Projekt zum Abschluss bringen. Im April wurden die Stolpersteine für Paul Weise und das Ehepaar Baunack in Geithain und Bad Lausick öffentlichkeitswirksam verlegt.

Auch im Jahr 2020 hat das Erich-Zeigner-Haus gemeinsam mit Schulen aus Leipzig und Umgebung zu den Schicksalen der Opfer des Nationasozialistischen Regimes geforscht. So haben unter anderem Schüler*innen des Wiprecht-Gymnasiums zur Lebensgeschichte der verschleppten Jüdin Anna Elfriede Reichardt recherchiert. Die geschulten Mitarbeiter*innen des Erich-Zeigner-Hauses unter der Leitung von Henry Lewkowitz standen ihnen dabei mit Rat und Tat zu Seite. Am 27. Februar wurde dann ein Stolperstein im Gedenken an Anna, Elfriede Reichardt an ihrem ehemaligen Wohnort in Groitzsch verlegt.

Schüler*innen des internationalen Gymnasiums in Geithain begaben sich ebenfalls auf Spurensuche. Sie forschten zur Lebensgeschichte des Euthanasieopfers Wella, Elfriede Müller. Sie konnten sogar die in Israel lebende Tante von Wella Müller ausfindig machen, die sie zur Verlegung des Stolpersteins in Geithain einluden.

Im April 2019 startete ein Projekt zu den Leipziger Stillen Helden Anna-Amalia und Isidor-Helmut Zistler. Ebenso im April begann erstmalig ein Projekt zur Homosexuellenverfolgung. Eine Projektgruppe des Reclamgymnasiums recherchierte zu Werner Kähler, der im KZ Buchenwald umgebracht wurde.

Auch die Veranstaltungen im Rahmen der Erwachsenenbildung und der politische Arbeit werden fortgesetzt. Im Rahmen der Reihe „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem Eisernen Vorhang“ sprach die Auschwitz-Überlebende Dr. Eva Umlauf über ihre Erinnerungen und Kapitel aus ihrem Leben. Ein weiterer Auftakt fand zudem am 10.04. im Rahmen der Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“ statt.

Im Jahr 2018 haben die Schüler*innen kooperierender Schulen aus Leipzig und dem Leipziger Umland  mit selbsterstellten Flyern Spenden gesammelt und konnten so die Verlegung von Stolpersteinen sowie weitere Anbringungen von Gedenktafeln in Angriff nehmen. So bereits geschehen für den Stillen Helden Otto Heinze.

Den Anfang der diesjährigen Veranstaltungen machte die Auftaktveranstaltung der Reihe „Sich Erinnern ist ein politischer Akt“ Über die aktuelle Macht der Vergangenheit“ mit dem Thema „Schluss mit Auschwitz ?! Ein Ende des „Kriegsschuldkults“?!“. Über 50 Besuchern nahmen am ersten Abend der Reihe, die bis Dezember monatlich stattfinden wird teil.

Eine weitere Veranstaltungsreihe wurde in diesem Jahr zum Thema „“Volk“ oder „Bevölkerung“? „Deutsch sein“ im Diskurs“ durchgeführt. Hier hielt z.B. Maximilian Steinbeiß, der Autor von „Mit Rechten reden“ einen Vortrag. Diese Reihe beschäftigte sich in acht Einzelveranstaltungen mit den theoretischen Grundlagen der Erinnerungskultur und Geschichtsauffassung von rechter Seite und hinterfragt ein womöglich neues Geschichtskonzept von rechten Intellektuellen.

Die Veranstaltungsreihe „Widerstand in Ton und Wort. Wie künstlerische Ästhetik politische Dimensionen in der NS-Diktatur und Gegenwart erlangt“ thematisierte die Musik und Literatur aus den 30er bis 50er Jahren, die sich inhaltlich gegen das NS-Regime stellte. In vier Veranstaltungen wurden vier Zeitabschnitte abgefasst, die die unterschiedlichen Einflüsse auf die Schriftsteller und Musiker untersuchten.