Das im Projekt entwickelte Bildungsangebot hatte das Ziel, die im November 2024 in der Gedenkstätte Lindenstraße eröffnete Sonderausstellung „Er ist als Ausländer fluchtverdächtig.“ Zwangsarbeit und NS-Justiz in Potsdam (1940-1945) noch besser für Jugendgruppen und Schulklassen zugänglich zu machen. Zentraler Bestandteil der Workshops war die Erkundung der Sonderausstellung und der Gedenkstätte Lindenstraße mittels der App Actionbound. Dabei wurden die Teilnehmer*innen mit Ausstellungstexten, Quellen und Biografien vertraut gemacht und durch Aufgaben zu einer aktiven Auseinandersetzung angeleitet.
Um die Bedeutung und Sichtbarkeit von Zwangsarbeit während der NS-Diktatur verständlich zu machen, wurden darüber hinaus auch Orte in der Potsdamer Innenstadt besucht, an denen Zwangsarbeiter*innen wohnten oder beschäftigt waren, darunter frühere Fabriken, Apotheken oder Bäckereien.
Bereits vor Eröffnung der Sonderausstellung gab es Buchungsanfragen mehrerer Schulen. Im Dezember 2024 wurde das Bildungsangebot erstmals durchgeführt. Die Nachfrage blieb im Kontext der wichtigen Gedenktage des ersten Halbjahres 2025 erfreulich hoch. Neben Schulklassen wurde es auch von Universitätsstudierenden im Studiengang Politische Bildung (Lehramt) der Universität Potsdam genutzt. Auch bei zwei Lehrkräftefortbildungen „Vor aller Augen. Nationalsozialistische Zwangsarbeit im (Geschichts)Unterricht“ wurde das Bildungsangebot vorgestellt und getestet. Um das Bildungsangebot auch noch im Sommer 2025 nutzen zu können, wurde die Sonderausstellung bis Ende August verlängert.
Durch das Bildungsangebot konnte die Sonderausstellung zur NS-Zwangsarbeit in größerem Umfang junges Publikum erreichen als vergleichbare Ausstellungen in den Vorjahren. Auch qualitativ wurde das Angebot positiv bewertet. Hervorgehoben wurden besonders oft die aktivierende Arbeitsweise, die Einbindung historischer Originalquellen sowie die Möglichkeit, auch außerhalb der Gedenkstätte Schauplätze im Stadtraum zu erkunden.

